Home Archiv Selig (am Albis)
Selig (am Albis)

„Froh zu sein bedarf es wenig...“ hatten wir erst vor kurzem noch im Kindergarten geträllert. Und die Kindergärtnerin hatte dazu energisch mit den Armen eigentümliche Figuren in die Luft gezeichnet. Ihre Halsader war etwas hervorgestanden und es blieb deshalb unklar, ob sie wirklich nur wenig brauchte, um froh zu sein. Ausserhalb des Kindergartens ist es jedenfalls nicht bei dieser bescheidenen Haltung geblieben: Wenig genügte offensichtlich nicht.

Das Arsenal ist unterdessen nämlich beträchtlich geworden. Windel, Pendel, Wandel, Swingerclub, Leasing, Peeling, Pearcing, Infrarot, Blog, Klimaanlage, Solarium, Mittagstisch, Alufelgen, Server, Qualitätssicherung, Billigreisen, Sparschäler, Niedervolt, Hochglanz, Netzgerät, Nulldiät, Ei-Pot, Sapperlot!

Eigentlich, wenn es um froh zu sein nur wenig bräuchte, sollte dies viele zu ungeheuerlicher Glückseligkeit führen. Aber scheinbar ist genau das Gegenteil der Fall.

Pluralismus, Frühbegabtenförderung, Trommeln über Mittag, Orientierungskrise, Spassmache, Weitsicht, Einsicht, Hellsicht, Hedonismus, Weltsucht, Steuerflucht, Konversion, Postillion, Hip, House, Hop, Hulahop, Flop, Nagellack, Grüne Welle, Kinderklappe, Musicstar, jedes Jahr.

Da sitzen wir nun, breitbandig und vernetzt, in unseren läppischen Gerätschaften, den heuchlerischen und teuren Boten des Glücks. Einsamer denn je.

Glücklich? – Am Albis! Selig (am Albis) handelt von unserer verworrenen Suche nach dem Glück. Und dem Scheitern daran. Von der Innigkeit und Leidenschaft mit der wir diese Suche vorantreiben – und ihr Scheitern ebenso. Von den Glücksgefühlen, die diese Suche zuweilen hervorzuzaubern vermag, und der immensen Befreiung im Scheitern. Es handelt vom Lebensmut, der dadurch freigesetzt wird. Dem „Spoitz“.

Es erzählt nicht von der erfolgreichen Applikation kleeblättriger Konzepte noch von der todsicheren Rezeptur erlösender Verfahren. Nicht Beatifikation ist das Thema. Sondern die Sehnsucht danach. Und von der Erfüllung, die diese Sehnsucht zuweilen hervorrufen kann.

So gesehen wäre Glückseligkeit übrigens das Erlöschen der Suche danach. – Was für ein Verlust! Welch bittere Pille für unsere emsige Zielorientiertheit. Nein: Nicht das Erreichen des Glücks macht selig. Sondern die Suche danach. Am Albis sieht das eben alles ein bisschen anders aus. V.a. vom Pfannestil aus gesehen.

Und wer’s glaubt, wird selig. Das Pfannestil Chammer Sexdeet hat sich als philanthropes Panoptikum einen Namen gemacht. Sein helvetischer Argwohn ist unterdessen Programm geworden. Behagliches Dafürhalten ist vom Tisch. Gut, dass der Tiegel verchromt ist. Willkommen in Es-Dur. Selig (am Albis) ist ein kunstvoller Mix zwischen abgründigem Blödsinn und ergreifender Komik. Schusslige Wahrheit und messerscharfe Entgleisung umkreisen herzvolles Ödland. Dazwischen bröselt karge Besinnung in unser sprödes Dasein: Ist besser mehr? Selig wird, wer vor dem eigenen Albis kehrt. Für seine 11. abendfüllende Narretei mutierte das Pfannestil Chammer Sexdeet ungefähr zu seiner 5. einschlägigen Formation. Verschiedene Preise wurden bereits durchgewinkt (Schweizerischer Kabarettpreis 2004, Salzburger Stier 2002, Schweizer Kleinkunstpreis 1999), einige Alben verbrochen (Patina 2004, Schloss 2003, Kandis 2002, Chronisch 2000, Schotter 1998). Die Einsicht ist gering. Das Leben geht weiter. Lirum larum Pfannestil.

 

Logo selig


Res Wepfer Gesang, Gitarre
Eva Marlin Gesang, Cello
Lisa Gretler Gesang, Piano


 

Komposition und Text
Res Wepfer
Regie Christian Seiler
Kostüme Anina Schenker
Booking Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Fotos Priska Ketterer
Musikalische Mitarbeit Michael Wernli

 


 

Pressestimmen

"Tosender Applaus war der verdiente Lohn für die gelungene Vorpremiere des Stücks 'Selig (am Albis)' des Pfannestil Chammer Sexdeet. Die Akteure unterhielten das Publikum köstlich." (Andelfinger Zeitung 03.09.07)

"Das Pfannestil Chammer Sexdeet präsentiert seinen Blick auf das Alltägliche im Blockbuster-Format – laut, schrill, schräg. Am Ende gibt's saure Gurken und Begeisterungsstürme." (St. Galler Tagblatt 09.11.07)

Geistreiche Kleinkunst. (Zürcher Oberländer 16.09.08) 

"Das neue Programm und die neue Besetzung funktioniert wunderbar. Jeder der drei Darsteller hat seine grossen Momente, jeder kann auch mal zurückstehen." (Tages-Anzeiger 15.09.07)

"Würze in der Lebenssuppe: Mit seinem neuen Programm schreibt das Trio ein wahrhaftig beseeltes Stück musikalischen Erzähltheaters. Harmlose, unaufgeregte Geschichten kippen zu abgründig-ironischen Analysen. Doch es ist eine versöhnliche Abrechnung mit der Gattung Mensch." (Neue Zürcher Zeitung 24.09.07)

"Glückseligkeit, Partygrill und Schüblig." (Schaffhauser  Nachrichten 03.09.07)

"Die Besetzung ist neu, geblieben sind die humorvollen, aber stets feinsinnigen und vielschichtigen Lieder. Wepfer hat noch immer ein feines Auge für die kleinen und grossen Tragödien des Alltags." (Tages-Anzeiger 15.09.07)

"Woher kriegt man solch schier unflätig hässliche Anzüge?" (St. Galler Tagblatt 09.11.07)

Res Wepfer ... tanzt. (Zürcher Oberländer 16.09.08)

 


 

Tournee Selig 07-09

 

19.08.07 Winterthur, Silo 8
25.08.07 Vinelz, Club 172
31.08.07 Flaach, Alti Fabrik
01.09.07 Flaach, Alti Fabrik
13.09.07 Wädenswil, Theater Ticino (Premiere)
14.09.07 Wädenswil, Theater Ticino
15.09.07 Wädenswil, Theater Ticino
16.09.07 Wädenswil, Theater Ticino
18.09.07 Wädenswil, Theater Ticino
19.09.07 Wädenswil, Theater Ticino
20.09.07 Wädenswil, Theater Ticino
21.09.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
22.09.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
10.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
11.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
12.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
13.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
14.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
17.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
18.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
19.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
20.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
21.10.07 Zürich, Theater am Hechtplatz
26.10.07 Winterthur, Alte Kaserne
07.11.07 St. Gallen, Kellerbühne
09.11.07 St. Gallen, Kellerbühne
10.11.07 St. Gallen, Kellerbühne
16.11.07 Lenzburg, Baronessa
02.12.07 St. Gallen, Focacceria
05.09.08 St. Gallen, Kellerbühne
12.09.08 Rüti ZH, Sternen-Keller
13.09.08 Rüti ZH, Sternen-Keller
17.10.08 Würenlingen, Aula Schulhaus Dorf
24.10.08 Oberengstringen, Singsaal
22.11.08 Langnau i.E., Kellertheater
27.11.08 Bern, La Cappella
28.11.08 Bern, La Cappella
29.11.08 Bern, La Cappella
05.12.08 Baden, ThiK.Theater im Kornhaus
06.12.08 Baden, ThiK.Theater im Kornhaus
10.12.08 Herzogenbuchsee, Kreuzabende
11.12.08 Basel, Parterre
12.12.08 Basel, Parterre
31.12.08 Winterthur, Theater am Gleis
04.02.09 Luzern, Kleintheater am Bundesplatz
06.02.09 Luzern, Kleintheater am Bundesplatz
07.02.09 Luzern, Kleintheater am Bundesplatz
13.02.09 Arlesheim, Trotte
20.03.09 Windisch, Bossartschüür
27.03.09 Zuzgen AG, klangheimli.ch (das Kulturzelt)
17.04.09 Thun, Schadausaal
23.04.09 Zürich, Miller‘s Studio
24.04.09 Zürich, Miller‘s Studio
25.04.09 Zürich, Miller‘s Studio
01.05.09 Freiburg, Festhalle Freiburg
16.05.09 Oberwil-Lieli, Aula Schulanlage Falter
20.05.09 Winterthur, Casinotheater
23.05.09 Feldbach, Kulturschopf
13.06.09 Baden, ThiK Theater im Kornhaus
03.07.09 Bad Zurzach, Schreinerei
05.07.09 Rapperswil, SF live bi de Lüt
27.08.09 Baar, Rathus-Schüür
29.08.09 Hausen AG, Wohnheim Domino
12.09.09 Aadorf, Kleinkunstsaal
18.09.09 Reinach BL, Bürgergemeindehaus
19.09.09 Basel, Theater Arlecchino
03.10.09 Pfäffikon ZH, Kino Rex
17.10.09 Zofingen, Kleine Bühne Zofingen
23.10.09 Obfelden, Singsaal
31.10.09 Nussbaumen, Aula Unterboden
 

Pfannestil Chammer Sexdeet