| Pfühloder |
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Das Pfannestil Chammer Sexdeet ist ein musikkabarettistisches Phänomen. Die jüngste Besetzung ist mit Peter Rinderknecht (erstmals, Gesang, Kontrabass), Simon Hostettler (erstmals, Gesang, Piano) und Res Wepfer (abermals, Gesang, Gitarre) bestückt. Ursprünglich war für das neuste Abendprogramm ein englischer Titel vorgesehen "It's about feelings, isn't it?" Dann wurde unter Besinnung auf die Wurzeln der Truppe doch die schweizerdeutsche Version "Pfühloder" vorgezogen, vor allem weil sie in so treffender und sensibler Weise die differenzierte Stimmungslage wiederzugeben vermag, um die es schliesslich geht. "Pfühloder" (dial. Es geht um Gefühle, nicht wahr?) ist eine zarte Skizze helvetischen Feinsinns und das fünfte Abendprogramm der Formation. Texte und Musik stammen grösstenteils aus der Feder von Res Wepfer, Arrangements und Inszenierung wurden im Ensemble erarbeitet. Das Pfannestil Chammer Sexdeet eröffnet in dieser "abendfüllenden Irritation" (Landbote) seine inbrünstige Leidenschaft für allerlei tückische Alltagssituationen. Manche haben nun mal ein Telefon, andere ein Messer im Rücken - und beides kann offen getragen werden. Über alledem schwebt Lenie, jenes rotznasige Dreikäsehoch, dessen Stoffkroko zahnlos im Sandkasten lauert. Zudem kann einsichtsvoll gezeigt werden, warum man sich beim Bäcker mehrmals herzlich bedankt, warum alle Verständnis haben und warum Sonja in Paris gerade die blaue Phase durchmacht. In wenigen Neuinterpretationen älterer Pfannestilereien werden weiter Fragen nach Grill, Liebe und Reissnägeln gestellt. Es folgt daraus aber kein moralisierendes oder schenkelklopfendes Zeigen auf diejenigen unter uns, die um ihre kleinen und grossen Freuden und Nöte ringen können. Nicht auf lautstarke Anklage wird gezielt, sondern auf respektvolles Ausloten eigener seelischer Abgründe und Untiefen. Diese liebevolle Auseinandersetzung führt zu schmunzelnder Offenlegung menschlicher Sehnsüchte, Begehren, Ängste, Sorgen und verzweifelt-verwurzelter Knorrigkeit. Und Lenie? Sie steht für unser verspieltes und sehnsüchtiges, trauriges Herz, das so manches begehrt, und so vieles erhält, was doch nicht genug sein kann. Das "schonungslos parodistische Schnellfeuer" (NZZ) verwandelt die Pfannestiler unvermittlet in eine abendfüllende Leidensgemeinschaft, die neben dem Leben nur noch etwas zu bewältigen hat: die Freude daran. Das Pfannestil Chammer Sexdeet ist eben manchmal unbelehrbar.
"Pfühloder" wurde unterstützt von der Direktion des Innern des Kantons Zürich und von der Stiftung der Schweizerischen Landesausstellung 1939 Zürich für Kunst und Forschung. Herzlichen Dank.
Pressestimmen "Kabarett vom Feinsten." "Mittendrin geraten Wepfer und Rinderknecht aneinander - heisst es nun 'kugelrund' oder 'Kugelrand'? Hostettler schlichtet den Streit mit einem grauenvollen Trompetensolo..." "Balsam für die Seele" "Grenzenlose Fantasie." "Stilsicher und überzeugend"
Tournee Pfühloder 95/96
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