Einst waren wir losgezogen, die rechtschaffenen Ziele durchzusetzen. Einen Kreuzzug auf der Achse des Guten vor Augen, nahmen wir sie alle ins Visier: die Zauderer, die Sicheren, die Heimlichen, die Offiziellen, die Schlechten und die weniger Schlechten. Und uns selber. Alles sollte besser werden. Eine grandiose Weltordnung voll friedlichem Konfliktmanagement schwebte uns vor. Fürwahr. Ein achtbares Unternehmen. Zeit für eine Rechnungslegung.
Rauchfreie Kindergärten, Suppe für alle, Kritik am Patriarchat und freie Sicht aufs Mittelmeer – jetzt wird Inventur gemacht. Von einem politisch und wirtschaftlich völlig unabhängigen Gremium. Die Zusammenschau fällt allerdings ernüchternd aus: das Glattriarchat hat längst die Führung übernommen, der Bundesrat spielt „Tschau Sepp“, und derweil die Schere zwischen Soll und Haben immer grösser wird stellt sich allmählich die bange Frage: Wie kommen wir damit ins Reine?
Quitt ist die freche und witzige Abrechnung des Pfannestil Chammer Sexdeet mit allen möglichen Unzulänglichkeiten unseres Alltags. Quitt ist über dem Strich eine vergnügliche Verquickung abstruser Wirklichkeiten, zwischen den Zeilen pralle Poesie, und unter dem Strich eine herzvolle Versöhnung mit unseren ungelenken Versuchen, am Ende doch noch etwas gut zu machen.
| Res Wepfer | Gesang, Gitarre |
| Lisa Gretler | Gesang, Piano |
| Reto Baumgartner | Gesang, Kontrabass |
Quitt ist die zwölfte Bilanz der munteren Barden mit ihrem unverwüstlichen Umfeld. Seit bald zwei Dezennien wird standhaft und wie immer endgültig abgeschlossen. Einige Belege konnten bereits zu einer gewissen Beweislast verdichtet werden. Definitive Resultate sind dennoch keine zu erwarten. Dafür weitere Zwischentöne. Die ultimative Revision vor der nächsten.
| Komposition, Text | Res Wepfer |
| Regie | Peter Rinderknecht |
| Kostüme | Verena Stehli |
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| Arrangement | Michael Wernli |
Seit dem 13. Jahrhundert steht das adjektivische quitt für ledig, frei. Im Mittelhochdeutschen schrieb sich dasselbe noch qu|t oder quit. Ob die Akquisition eines weiteren t seither tiefer liegende Gefühle von Zurücksetzung zu kompensieren vermochte, ist nicht erwiesen. Die etymologischen Wurzeln reichen jedenfalls über das altfranzösische quite gleicher Bedeutung zurück zum lateinischen quietus.
Das Pfannestil Chammer Sexdeet hat bisher 6 CDs veröffentlicht (Schotter 1999, Chronisch 2000, Kandis 2002, Schloss 2003, Patina 2004, Quitt 2010), mehrere Auszeichnungen über sich ergehen lassen (Schweizer Kleinkunstpreis „Goldener Thunfisch“ 1999, Salzburger Stier 2002, Schweizerischer Kabarettpreis „Cornichon“ 2004), 6 Besetzungen angenommen, über 75’000km verfahren, fast 54km Spaghetti verzehrt und an die 800 Saiten durchgespielt. Quitt? Aber hallo!